Der Plan war ja schon länger gefasst und die Jungs der SOIN 17 haben noch viel länger darauf gedrängt: Weg fahren müsste man mal. Weit weg am besten. Warum weit weg? Warum nicht....als Grund für eine Reise schon mehr als ausreichend, wie alle fanden. Und natürlich nicht nur für einen Tag.
Also, wo sollte es denn hingehen? Augsburg oder Nürnberg? Nein, nicht weit genug. Berlin sollte es sein, nach der Bundeshauptstadt stand der Sinn. Weit genug entfernt und immer eine Reise wert, so sagt man ja.
Nun, der Plenumsbeschluss war gefasst, fehlte noch die Planung. Rüdiger und Jochen haben sich als Reiseleitung angeboten. Der Leitung obliegt die Planung, also frisch geschaut, gegoogled, gemacht, getan.
Ergebnis: Vier Tage Hauptstadt, in den Ferien, mit dem schicken ICE hin und zurück, genächtigt wird im Hostel.

Der Tag der Abreise rückte näher und näher, das Reisefieber stieg. Ein paar letzte Vorbereitungen und dann ging es auch schon los. Donnerstag, am Tag 1 in der Früh trifft die Reiseleitung im Haus der Reisefiebrigen ein. Alle sind schon in Aufbruchstimmung, die letzten Klamotten werden gepackt, die Reisegarderobe noch hier und da ein letztes Mal gewechselt.

Die erste Etappe ist alles andere als unbekannt, schliesslich sieht man die U6 am Haderner Stern mehrfach täglich. Auch das nächste Zwischenziel, der Münchner Hauptbahnhof, ist allzu vertraut, allerdings nicht so sehr die Gleisanlage der Fernzüge. Da weht schon der Wind, der nach Fernweh schmeckt, um die Nase. So nimmt man dann einen letzten Kaffee und (für die Raucher) eine letzte Zigarette in der bayrischen Heimat und dann machen sich neun Leute auf den Weg nach Berlin.
Komfortabel sitzt es sich im Wagen 27 des ICE 1209, angenehm und gut gepolstert. Für die gut sechsstündige Fahrt mehr als angemessen. Jungs und Betreuer richten sich gemütlich ein und am Ende verging die Zeit wie im Flug (obwohl man ja durchaus festen, wenn auch rollenden Boden unter den Füssen hatte).
Und dann ist man auch schon da, Berlin, Hauptbahnhof tief. Tief? Ja, richtig. Hier ist Hauptstadt, hier wird was geboten und das geht schon am Bahnhof los: Diverse Ebenen, Shopping Malls...die Jungs sind sichtlich beeindruckt. Schön, so sollte es ja auch sein.

Die Untergrundbahnen dieser Welt ähneln sich schon sehr, zumindest fahren alle unterirdisch (meistens) und haben einen (mehr oder weniger gut strukturierten) Netzplan. Die Berliner U-Bahn gibt da nicht die Ausnahme und so ist der erfahrene Großstädter alsbald und nach wenigen Stationen vor dem Hotel, pardon: Hostel, angekommen.
Die Zimmerschlüssel (Vorsicht, Hightech: Magnetkarte benutzt der Reisende von Welt heutzutage) sind schnell verteilt und nach dem ersten Durchschnaufen, Koffer auspacken und der Raumorientierung, sind die ersten trotz langer Anreise schon wieder unternehmungslustig. First of all steht aber die Verpflegung. Im „Rasthaus zum Goldenen M" gibt es halbwegs günstig halbwegs leckeres Essen halbwegs schnell serviert. Für den ersten Abend nicht sooo schlecht. Der ehemalige Sektoren-Übergang Checkpoint Charlie liegt auf dem Weg und so ist die erste Sehenswürdigkeit Berlins quasi en passant erledigt. ;-)
Checkpoint Charlie:
Der Checkpoint Charlie war einer der bekanntesten Berliner Grenzübergänge durch die Berliner Mauer zwischen 1961 und 1990. Er verband in der Friedrichstraße zwischen Zimmerstraße und Kochstraße (beim gleichnamigen U-Bahnhof) den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor und damit den Ost-Berliner Bezirk Mitte mit dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg. Der Kontrollpunkt wurde im August 1961 infolge des Mauerbaus eingerichtet, um die Grenzübertritte des westalliierten Militärpersonals, der Sowjetischen Militärverbindungsmission (SMM) und ausländischer Diplomaten erfassen zu können. (Quelle: Wikikpedia)

Dann besuchen wir das Brandenburger Tor und schlendern auch noch gemütlich zum Reichstag.
Danach ist der „offizielle Teil" beendet und jeder kann die Stadt für den Rest des Abends so erkunden, wie er es mag.
Am nächsten Morgen treffen sich alle in der Lobby des Hostels.
Nach einem üppigen Frühstück steht das Pergamon-Museum auf dem Tagesplan: Hochkultur nicht nur für Historiker, sondern Antike zum anschauen, bewundern und bestaunen.

Auch das nächste Ziel ist durchaus etwas Erstaunliches:
Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und das vierthöchste freistehende Gebäude Europas. Im Jahr der Fertigstellung war er der zweithöchste Fernsehturm der Welt. Der Turm im internationalen Stil wurde von Mitte bis Ende der 1960er Jahre im Zentrum Ost-Berlins errichtet und übertrifft den Berliner Funkturm in seiner Höhe deutlich. Er steht auf einer Freifläche zwischen dem Marx-Engels-Forum und dem Alexanderplatz zentral im Berliner Ortsteil Mitte und prägt als weithin sichtbare Landmarke wie auch als Wahrzeichen der Stadt die Skyline Berlins. (Quelle: Wikikpedia)

Der Markt am Alexanderplatz ist für alle Reisenden ein lohnenswerter Anlaufpunkt und auch wir haben den einen oder anderen Euro in mehr oder weniger wertvolle Reiseandenken investiert. An unserem Besuchstag gab es offensichtlich eine Art afrikanisches Motto: Viele der angebotenen Waren und Speisen stammten aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern und eine Band, deren Musikstil wohl am besten mit Weltmusik zu bezeichnen ist, hat die zuschauende und einkaufende Menge bestens unterhalten.
Der Abend klingt aus mit einem klassischen Berliner Gericht: Döner. Wir haben unseren Döner in einem kleinen Restaurant gegessen. Der Wirt war überaus freundlich und, das war bestimmt nicht das unwichtigste, es hat allen sehr gut geschmeckt.

Auch der nächste Morgen bot das reichhaltige Frühstück. Mit dieser Grundlage konnte der Wissensdurstige sich auf die Suche nach neuen Erkenntnissen und Eindrücken machen. An einem regnerischen Tag sollte dabei der Komfort nicht zu kurz kommen. Von daher ist eine Sightseeing-Tour per Bus eine richtig gute Wahl. Wir sind dann im Doppeldecker zwei Stunden lang durch Berlin gekurvt, von Norden nach Süden und von Osten nach Westen. Siegessäule und Regierungsbezirk, Kurfürstendamm und Unter den Linden, wir haben (fast) alles gesehen.
Nach einer Mittagspause (für die einen im Hostel, die anderen im Supermarkt und wieder andere bei einem Capuccino am Gendarmenmarkt) ging es dann auf die Flanier- und Einkaufsmeile Kurfürstendamm, oder auch kurz Ku'damm mit Besuch des KaDeWe.
KaDeWe:
Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) ist ein Warenhaus in Berlin mit einem gehobenen Sortiment und Luxuswaren, das von Adolf Jandorf gegründet und am 27. März 1907 eröffnet wurde. Es befindet sich in der Tauentzienstraße am Wittenbergplatz im Ortsteil Schöneberg und ist das bekannteste Warenhaus Deutschlands.
Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte wurde das Kaufhaus des Westens viele Male aus- und umgebaut, sechsmal wechselte der Mutterkonzern (seit September 2013 die Signa Holding) und einmal brannte es im Zweiten Weltkrieg aus. Heute ist das KaDeWe mit 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche das größte Warenhaus Kontinentaleuropas. Eine besondere Attraktion ist seit Ende der 1920er Jahre die Feinkostabteilung, die sogenannte „Feinschmeckeretage", nach einer Erweiterung ist sie seit 1978 die zweitgrößte Lebensmittelabteilung eines Warenhauses weltweit. (Quelle: Wikipedia)

Noch nebenbei bemerkt: Der Füllfederhalter einer Luxusmarke zum Preis von 1000,- Euro hat für einen mittelschweren Kulturschock bei unseren Reisenden gesorgt und ist auch sonst nur sehr schwer zu vermitteln........schön sah er aber schon aus. ;-)
Im berühmten und bekannten Cafe Kranzler konnte man sich dann vom Schock etwas erholen:

Das Café Kranzler war ein berühmtes Berliner Caféhaus in der historischen Mitte der Hauptstadt und ist heute im Ortsteil Charlottenburg ein bei Touristen und Prominenten beliebter Anziehungspunkt.
Im Jahr 1825 eröffnete der Wiener Zuckerbäckergeselle Johann Georg Kranzler an der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden 25 eine bescheidene Konditorei in einem Erdgeschoss-Laden. Nach dem Umbau und der Aufstockung des Gebäudes im Jahr 1834 durch August Stüler erweiterte Kranzler sein Etablissement auf das gesamte Erd- und das erste Obergeschoss. Ein besonderer Anziehungspunkt war seit 1833 eine sogenannte „Rampe", eine Straßenterrasse, die unter dem Schutz des Königs alle Versuche der Baupolizei überstand, diese zu beseitigen. Tische auf die Straße zu stellen, war in der damaligen Zeit ein Novum. 1911 verkauften die Kranzler-Erbinnen das Haus und die Konditorei an die Hotel-Betriebs-Aktiengesellschaft.Bis 1933 berichtete der Chefsprecher der Funk-Stunde Berlin, Alfred Braun, alljährlich am Silvesterabend vom Balkon des Hauses, wie Berlin das neue Jahr begrüßt.Am 7. Mai 1944 wurde das Haus Unter den Linden 25 durch Luftangriffe der Alliierten zerstört. (Quelle: Wikipedia)
Der letzte Abend der Berlin-Reise sollte mit einem schönen Essen, dass einige der Reisenden geschmacklich wieder in die Heimat (oder sehr nahe daran) führen sollte, einen netten und harmonischen Ausklang finden. Die Neuerungen der digitalen Welt lassen kaum Wünsche offen und so findet man ein passendes Restaurant heutzutage schnell und zuverlässig per Smartphone nebst geeigneter App (wie man so schön neudeutsch sagt).
„Mama India" nannte sich der Tempel des Lukullus und der Name hat dann am Ende auch nicht zu viel versprochen. Geschmacklich und auch mengenmäßig gut gesättigt trat dann die Reisegruppe den Rückweg ins Hostel an.

Am Morgen der Abreise waren alle pünktlich und vollzählig auf den Beinen. Ein letztes Mal wurde das Frühstücksbuffet stark gelichtet und im Bahnhof angekommen, wartete der ICE auch schon auf sein Startsignal. Die Bahn meinte es mit allen Heimweh-Leidenden gut und so fuhr der Zug mit uns an Bord pünktlich ab in Richtung München.
Dort angekommen gab es ein weiteres Stelldichein bei einem Anbieter schneller amerikanischer Kost und dann war das Abenteuer Berlin auch schon beendet.

Die Reiseleitenden Rüdiger und Jochen bedanken sich bei allen Mitreisenden für die sehr angenehme Fahrt.